Herausforderungen neuer Führungskräfte

Herausforderungen neuer Führungskräfte

Stell Dir vor, Du bist ganz zufrieden in einem tollen Team, ihr arbeitet super zusammen, die Mittagspause wird gemeinsam gemacht und so einmal im Monat geht ihr abends noch was Trinken und redet über alles Mögliche. Da bist du jetzt 2 Jahre, machst deinen Job, Gehalt reicht aus und dann kommt das Gespräch mit Deiner Vorgesetzten.

 „Sag mal, ich bin mit Deiner Arbeit super zufrieden und Euer Team wird langsam so groß, dass ihr eine eigene Teamleitung braucht – kannst Du Dir das vorstellen?“

BÄHM! Du freust Dich, damit hast Du definitiv nicht gerechnet. Gehaltserhöhung, eigenes Office, voller Terminkalender, ein stolzer Papa. Alles super oder was?

2 Monate später

Der Schreibtisch biegt sich unter To Do`s, die Kollegen siehst Du nur noch zu den immer seltener werdenden Teamsitzungen, die Mittagspause machst Du vor dem Rechner und Du wirst auch nicht mehr gefragt, ob Du den Feierabend entspannt in der Kneipe ausklingen lassen willst. Besonders ärgern tut Dich Dein Kollege aus dem anderen Team, der rockt das Ganze in seiner Abteilung so einfach und grinst mit seiner Kaffeetasse in der Hand Dir jeden Tag was vor…  

Was ist da passiert?

In der neuen Rolle sind die Herausforderungen vielseitig. Besonders wenn es darum geht, das eigene Team plötzlich selbst zu führen, kommt manches aus dem Gleichgewicht.

Für Dich als neue Teamleitung kann es schwer sein, die Führungsaufgaben als eigenständigen, wichtigen Teil dieser Rolle zu sehen. Manche machen einfach das weiter, was sie früher gut konnten und leben im operativen Geschäft. Die Verantwortung für das Team und damit verbundenen Aufgaben bleiben auf der Strecke oder werden als Add-on oben drauf gepackt.  Vielleicht kennst auch Du jemanden, der Schwierigkeiten hat, Aufgaben abzugeben, Prioritäten zu setzen und wertschätzend zu delegieren. Folgen davon können sein: Demotivation Deines Teams, negative Zahlen, Überstunden, Kopfschmerzen, ein schief hängender Familiensegen, Enttäuschung oder auch die ersten Anzeichen von Burn-out.

Das Mindset auf LOS stellen

Es ist wichtig, sich zu erlauben, die eigene Persönlichkeit und Rolle als Führungskraft zu evaluieren, bewusst aufzubauen und zu leben. Das Mindset muss auf LOS zurück gestellt werden. Es geht darum, die eigenen Werte zu definieren und in einem solchen Veränderungsprozess, das eigene Verhalten offen zu hinterfragen. Manche Führungskräfte denken, sie müssen als Chef auf den Tisch hauen können und wundern sich, dass keiner sie ernst nimmt, das Vertrauen des Teams in die eigene Kompetenz schwindet oder der Buschfunk auf dem Flur lauter wird als die Stimmen in den Meetings.

Die hohen Erwartungen an sich selbst und von außen, der Stolz der Familie, der eigene Perfektionismus und die Unsicherheit, Dinge nicht richtig zu tun, führt dazu, dass die Entwicklungsphase zur Führungskraft ausgelassen wird. „Für sowas habe ich keine Zeit“ oder „Andere können das doch auch“ – sind Gedanken, die hindern, mal stehen zu bleiben, sich umzuschauen, ein- und auszuatmen, die Dinge aus einer gesunden Metaperspektive zu betrachten und sich die benötigte Unterstützung zu holen.

Was hilft, aus diesem Dilemma raus zu kommen?

Authentisch führen mit positivem Mindset, Professionalität und Empathie – kann man lernen. Voraussetzungen ist Zeit, Offenheit und die Unterstützung Deines Umfelds. Letzteres besonders in Bezug auf Fehlerfreundlichkeit. Eventuell ist zudem ein Coach sinnvoll, um das Ganze strategischer und ruhiger anzugehen.

Selbst-bewusst-sein: Dazu gehört besonders der Aufbau einer festen Basis, welche die klare Definition von Zielen, Visionen, der neuen Rolle und eigener Werte beinhaltet.

Offenheit und Fehlerfreundlichkeit: Fehler wird man machen – und das ist völlig in Ordnung. Fehlerfreundlichkeit hilft, diese zu evaluieren und daraus zu lernen.

Selbstliebe statt Perfektionismus: Mit einer guten Portion Humor – sind Stärken, die bestens helfen, die neue Aufgabe ausführen zu können.

Wertschätzende, gute Kommunikation: Das Zauberwort jedes guten Verhältnisses. Dazu gehört die Selbstreflexion genauso wie eine gute Feedbackkultur im Team und klare Kommunikation gegenüber der Geschäftsleitung. Zudem ist es ungemein wichtig zu erkennen, dass jeder anders tickt, kommuniziert, andere Einstellung zu „das ist doch normal“ hat, die darauf resultierenden Verhaltensweisen und Macken respektiert und wertschätzt. 

Die eigene feste Basis: Mit einer festen Basis hast Du einfach mehr Spaß an Deiner neuen Aufgabe und Dich haut auch der Gegenwind von Teammitgliedern, Kollegen oder Deiner Geschäftsführung nicht um.

Wertschätzung als Motivationsbooster: Nicht Meckern, Wertschätzen – und das gegenüber Dir selbst und natürlich auch gegenüber Deines Teams. Besonders wenn Du Deine Leute in ihren individuellen Stärken schätzt und Aufgaben danach verteilt werden, ist das ein wichtiger Schlüssel für die Stärkung von Motivation und guter Zusammenarbeit.

Visionär und Richtungsweiser: Zu Deiner Rolle als Teamleitung gehört es, mit dem Team eine Vision zu entwickeln, aus der sich ganz konkrete Ziele ableiten lassen, die in Meilensteine gepackt und Stück für Stück erreicht werden können. Die Vision ist dabei wie ein Fixstern – einmal definiert fällt die ständige Kontrolle weg, ob alle auch brav in die gleiche Richtung laufen. 

Mein Learning als Teamleitung

Irgendwann fängt jeder mal an. Ich habe in Festanstellung ca. 5 Jahre Teams aufgebaut und neue Führungskräfte begleitet, bis sie sattelfest waren. In meiner eigenen ersten Rolle als Teamleitung habe ich im Nachhinein gefühlt fast alle Fehler gemacht, die man manchen kann. Nach Gerenne, Kopfschmerzen und vielen Überstunden habe ich gelernt, dass es das wichtigste ist, besonders in hektischen Zeiten stehen zu bleiben, sich in Ruhe hinzusetzen und die Dinge von oben zu betrachten. Ich hatte damals keine Unterstützung und deshalb ist es mir eine Herzensangelegenheit heute genau Euch als Gruppe neuer Führungskräfte zu helfen, gar nicht erst ins Hamsterrad zu geraten, sondern authentisch, mit positivem Mindset, entspannt und erfolgreich Deine neue Rolle leben und lieben zu können.

Fragen beantworte ich gerne … und ich sammle weiter! Schreibt mir Eure Fragen, Kommentare und Antworten zu: Was sind die größten Herausforderungen neuer Führungskräfte ? –  auf LinkedIn oder per Mail unter mail@mindstone-coaching.de

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