01.03.2021

Ist Führung erlernbar?

von Katja Schäfer

Teamleitung gesucht!

Wie finde ich als Personalverantwortliche oder HR die richtige Nachwuchsführungskraft für ein Team?


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Sie sitzen mit dem Kandidaten oder der Kandidatin für die zu besetzende Leitungsposition das erste Mal zusammen - virtuell oder persönlich. Wie bekommen Sie jetzt raus, ob es sich bei dieser Person um eine potentielle erfolgreiche Führungskraft handelt?


Check 1: Wie tickt Ihr Gegenüber? - Der erste Eindruck im Bewerbungsgespräch

Fragen Sie nicht nur nach der Vita oder Stärken. Fragen Sie gerne auch mal nach den Hobbies oder wofür sich die zukünftige Teamleitung begeistern kann. Haben Sie einen Spaßvogel vor sich, der sich im Karnevalsverband beteiligt? Oder eine Marathonläuferin? Oder ist die mögliche Nachwuchsführungskraft ein alleinerziehender Papa, der am Liebsten im Schrebergarten mit der Community sich nicht nur um die Pflanzen sondern besonders auch um die Menschen kümmert? Oder handelt es sich um eine Dame, die viel erzählt über Zahlen, Daten und Fakten und sehr detailverliebt ist?

Mit dem ersten Eindruck und Fragen, die vielleicht nicht in jedem Gespräch gestellt werden, bekommen Sie raus, wie Ihr Gegenüber tickt.


Check 2: Die Führungskraft darf zum Team passen

Für welches Team suchen Sie eine neue Führungskraft? Was braucht das Team, um erfolgreich zu sein? 

Viele Nachfolger:innen auf Führungspositionen werden nach Sympathie ausgewählt. Das ist an sich auch richtig. Jedoch ist es wichtig, dass der neue Chef oder die neue Vorgesetzte das Potential hat, das Team nach vorne zu bringen. Wenn im Team viele kreative Köpfe sind, tut es dem Team sicher auch gut, mit dem neuen Chef oder der neuen Chefin ein bisschen Struktur zu bekommen. Ist die Stimmung eher kalt, bringt ein empathischer Geist vielleicht das Eis zum Schmelzen. 

Jedoch bringt es nichts, wenn der oder die Neue erstmal "aufräumen" will und sich nicht die Zeit lässt, das Team kennen zu lernen. Es ist deshalb sinnvoll, eine gute Balance hinzubekommen, welchen Charakter das Team braucht.


Check 3: Wann ist Führung erfolgreich?

Ist Führungskompetenz angeboren? Nein. Führung kann gelernt werden. Jedoch gibt es ein Voraussetzungen, dass die Nachwuchsführungskraft die Chance hat, erfolgreich Mitarbeiter zu führen. Gerne können Sie sich überlegen, was Führungskompetenz für Sie bedeutet und welche Skills nötig sind für gute Führung von Mitarbeiter:innnen. Im Check 4 bekommen Sie dazu ein paar Anregungen von mir.


Check 4: 6 Aspekte für die Auswahl neuer Teamleitungen und Nachwuchsführungskräfte

 

Entscheidungen treffen auch in schwierigen Situationen: 

Trauen Sie dem Bewerber oder der Bewerberin zu, wertschätzend Kritik zu üben? Wie denken Sie geht Ihr Gegenüber mit Herausforderungen um, wie Kündigungen? Denken Sie, dass der- oder diejenige die Fähigkeit hat, auch hier die Ruhe zu bewahren, die Herausforderung anzugehen und dabei wertschätzend und "menschlich" zu agieren? Fragen Sie im ersten Gespräch mit der potentiellen neuen Führungskraft, wie sie bereits schwierige Situationen gemeistert hat.


Fehlerfreundlichkeit: 

Wie geht die neue Führungskraft mit Fehlern um? Neigt sie zu Perfektionismus? Sieht sie sich selbst als unfehlbar und verlangt das möglicherweise auch vom Team? Dann könnte der Start schwierig werden. Aus Fehlern lernen geht nur, wenn diese nicht unter den Teppich gekehrt, sondern als Mehrwert für den Einzelnen und das Team evaluiert werden.


"Chefallüren":

Trommelt sich Ihre Nachwuchsführungskraft schon jetzt auf die Brust wie Tarzan? Neigt sie dazu, zu schnell zu handeln und ein bisschen wie ein Bulldozer über alles drüber zu fahren? Dann geht es darum, dass sie lernt, auf Augenhöhe zu kommunizieren, vom Gas zu gehen und nicht sich, sondern das Team und auch den Kunden ins Zentrum zu stellen. Hier hilft möglicherweise auch der Ansatz des "servant leaderships" als Gegenpol, da der Mitarbeiter und die Mitarbeiterin als Kunden gesehen werden. Die Führungskraft hat die Aufgabe, den bestmöglichen Rahmen für bestmögliche Ergebnisse zu schaffen. 


Vorbild sein: 

Eine Führungskraft ist immer Vorbild. Ob sie will, oder nicht. Kommt der Chef mit mieser Laune in den Raum, wird die Stimmung nicht besser. Trauen Sie Ihrem Nachwuchs zu, hinter die eigenen Kulissen zu schauen? Die Offenheit zu lernen ist eine der Voraussetzungen, sich Führungskompetenzen nicht nur theoretisch anzueignen, sondern auch in die Praxis umzusetzen. 


Wertschätzend kommunizieren: 

Im Konflikt ist die Führungskraft der "Aufklärer" oder die Person, die die Kunst beherrschen muss, die Dinge am Runden Tisch auch anzusprechen. Dafür ist die Kompetenz, wertschätzend zu kommunizieren und den Gegenüber da abzuholen, wo er oder sie steht, unabdingbar. 


Selbstführung kommt vor Teamführung: 

Eine gute Teamleitung schafft es, ihre eigene Führungspersönlichkeit zu definieren und aufzubauen. Besonders junge Führungskräfte möchten es dem Vorgänger oder der Vorgängerin gerne nachmachen. Da diese Person oftmals den Job über viele Jahre geleistet hat und auch vom Charakter anders tickt ist es wichtig, dass die neue Führungskraft sich Step by Step die eigene Führungsrolle und Persönlichkeit aufbauen darf. Dafür braucht es Reflexion, gelebte Werte, klare Ziele, bewusste Stärken und Schwächen, die als Entwicklungspotential eine wichtige Rolle spielen und gleichzeitig Basis für das gezielte Delegieren von Aufgaben und Verantwortung sind.


Zur erfolgreichen Führungskraft zu werden ist ein Prozess. Die Auswahl neuer Führungskräfte für diejenigen, die Stellen neu besetzen müssen, ist manchmal eine Herausforderung. Ich freue mich, wenn ich Ihnen mit den genannten Aspekten Ideen geben konnte, die für Sie wertvoll sind. Das Gratis E-Book zu diesem Artikel mit noch mehr Tipps & Tools können Sie sich HIER downloaden. 


Für Fragen oder ein Gespräch bin ich natürlich gerne für Sie da. 

Schreiben Sie mir am besten eine Mail mit Ihrem Anliegen auf mail@mindstone-coaching.de